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Natur- und Umweltschutz in die Köpfe gebracht: Dr. Jürgen Albrecht geht in den Ruhestand

27 FEBRUAR 2019


BU: Dr. Jürgen Albrecht geht, Sonja Wolters kommt: Beide Biologen engagieren sich für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Foto © Stadt Gütersloh|
Gütersloh (gpr). Klimaschutzprogramm, Umweltdaten im Netz, Gefährdungsabschätzung von Altlasten, Biologische Vielfalt, Energieaktionstage, Umweltnewsletter, Umweltpädagogik, Kooperation zum Grundwasserschutz: Was heute selbstverständlich ist, hat Dr. Jürgen Albrecht als Leiter des Fachbereichs Umweltschutz zusammen mit seinem Team in den vergangenen 32 Jahren auf den Weg gebracht. Viele Projekte tragen seine Handschrift. Sein Fachwissen in Biologie und Chemie, sein Interesse an Natur und Umwelt und sein Engagement haben die Dinge in Sachen Umweltschutz vorwärts getrieben. Zusammen mit seinem Mitarbeiterteam hat er auch dafür gesorgt, dass das Stadtgebiet in Sachen Umwelt- und Naturschutz analysiert wurde, so dass mit einer Umwelt-Datensammlung sichtbar werden konnte, was in den nächsten Jahren auf der Agenda stehen muss, wenn man Gütersloh in eine gute umweltbewusste Zukunft führen will.   Dem Biologen lag vieles am Herzen: die Mehlschwalben, die Kiebitze, die Steinkäuze, aber auch die Besenheide, die Heidenelke und überhaupt alle Pflanzen und Tiere, die die biologische Vielfalt einer Stadt ausmachen. Dank der Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern können die Einsätze im Dienste der Natur auch Erfolge aufweisen: Während zum Beispiel 1996 nur noch drei Steinkauz-Paare in Gütersloh zuhause waren, konnten dank eines Artenschutzprojektes und dem Anbringen von Nistkästen die Steinkäuze zurückgeholt werden: Heute gibt es etwa 30 Paare im Stadtgebiet. Als der promovierte Biologe, der sich in seiner Doktorarbeit mit Gewässeranalysen auseinandergesetzt hatte,  1987 in Gütersloh startete, gab es noch kein Amt für Umweltschutz. Dr. Albrecht sowie zwei Mitarbeiter und zwei Mitstreiter aus dem Programm der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen waren dem Rechtsamt zugeordnet. Erst 1988 wurde ein Amt für Umweltschutz gegründet, dessen Aufgaben anfangs in erster Linie bestimmt waren durch die drohende Ansiedlung einer Müllverbrennungsanlage, die erfolgreich verhindert wurde. Auch die Beratung in Sachen Umweltschutz gehörte damals zu einem Schwerpunkt, der von Projekten wie dem Umweltkalender, dem Umweltpreis, dem Umweltmarkt und der wöchentlichen Telefonberatung begleitet wurde. Mit neuen Herausforderungen und Themenschwerpunkten kamen im Laufe der Jahre auch neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzu, die sich um die gewerblichen Indirekteinleitungen kümmerten, inklusive dem Aufbau eines Labors am Sandbrink. Es folgten die Abfallberatung, die Mitwirkung bei mehreren großen Genehmigungsverfahren einschl. Untersuchungen von Schadstoffeinträgen und einer Studie zu Atemwegserkrankungen und schließlich die Umsetzung des Klimaschutzprogrammes u.a. mit der langjährigen Reihe der die Energieaktionstage. Heute besteht das Team aus zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern auf 7,5 Stellen. Zusätzlich unterstützen Bundesfreiwilligendienstler und Praktikanten die Artenschutzprojekte. „Dennoch hätten wir vieles nicht ohne die Unterstützung der ehrenamtlichen Umwelt- und Naturschützer auf die Beine stellen können“, sagt Dr. Albrecht. Ob Fledermaustunnel oder Schmetterlingswiese, auch dank der Umweltstiftung, deren 2. Vorsitzender Dr. Albrecht ist, konnten solche Projekte in Angriff genommen werden. Die Erhaltung der genetischen Vielfalt und Nutzpflanzensorten gelingt eben nur, wenn viele mitmachen. So hat sich in der Biologischen Vielfalt seit dem Ratsbeschluss von 2015 einiges getan. Von rund 120  Projekten, die in den Workshops zur Biologischen Vielfalt definiert wurden, sind gut zwei Drittel in Bearbeitung. Doch für die Zukunft sind noch einige Wünsche offen: Dem Biologen ist es wichtig, dass das nationale Naturerbe auf dem Flughafengelände Fahrt aufnimmt, als Naturerbe funktioniert und Bestand hat. Für den Natur- und Landschaftsschutz hält er einen höheren Stellenwert für erforderlich. Die Artenvielfalt habe durch die intensive Bewirtschaftung bereits zu lange gelitten, so Dr. Albrecht. Mehr Vertragsnaturschutz könnte eine Lösung sein.Wer die Natur liebt, wird Dr. Jürgen Albrecht auch nach seinem Ruhestand noch häufiger begegnen. Er ist weiterhin ehrenamtlich im Einsatz und wer einmal eine ganz besondere Führung in früher Morgenstunde erleben möchte, der kann sich bei einer Exkursion faszinieren lassen von den Vogelstimmen: Der Biologe kennt sie alle.Wenn Dr. Jürgen Albrecht Ende Februar seine Aufgaben an seine Nachfolgerin Sonja Wolters abtritt, übergibt der Biologe an die Biologin. Und es wird weiter darum gehen, den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz in möglichst viele Köpfe zu bringen.BU: Dr. Jürgen Albrecht geht, Sonja Wolters kommt: Beide Biologen engagieren sich für den Natur-, Umwelt- und Klimaschutz. Foto © Stadt Gütersloh


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