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Studierende wollen Nanopartikel ohne Schadstoffe herstellen Bielefelder Projekt im internationalen iGEM-Wettbewerb in Boston (USA)

20 AUGUST 2018


Irina Rais und Antonin Lenzen identifizieren mit UV-Licht DNA-Fragmente. Foto und Copr.: Team iGEM Bielefeld-CeBiTec|
Nanopartikel gewinnen in der Medizin und der Forschung immer mehr an Bedeutung. Durch ihre geringe Größe kommen sie beispielweise bei der Behandlung von Tumoren zum Einsatz. Bisher wurden Nanopartikel oft durch chemische Methoden gewonnen. Auf diese Weise entstehen Verunreinigungen und Rückstände, weshalb sie nur bedingt an Menschen einsetzbar sind. Neun Studierende der Universität Bielefeld stellen sich dieser Herausforderung und arbeiten an einer biologischen Methode, um Nanopartikel zu gewinnen. Damit sollen die Partikel schadstofffrei sein und kein Gesundheitsrisiko mehr darstellen. Die Studierenden aus unterschiedlichen Studiengängen der Universität Bielefeld nehmen mit ihrem Vorhaben am diesjährigen iGEM-Wettbewerb in Boston teil. Sie treten als Team des CeBiTec (Centrum für Biotechnologie) an. Der Wettbewerb iGEM steht für „International Genetically Engineered Machine“ und ist der bedeutendste, nicht-kommerzielle Wettbewerb in der synthetischen Biologie. Vom 25. bis 28. Oktober treten über 340 Teams aus mehr als 40 Ländern mit den von ihnen entwickelten Projekten in ver-schiedenen Kategorien gegeneinander an. Eine internationale Jury bewertet die Projekte und zeichnet die besten Teams aus.Für das diesjährige Projekt möchte die Gruppe der Universität Bielefeld verschiedene Nanopartikel für die Bereiche Medizin, Forschung und Industrie herstellen. Kupfer, Gold, Silber und Eisenoxid sind Stoffe, aus denen die Studierenden Nanopartikel gewinnen wollen. Ein Beispiel für den Einsatz der Partikel im Alltag ist die Weiterverarbeitung zu einer Nanopartikel-Tinte, mit der ein handelsüblicher Tintenstrahldrucker Stromkreise auf Papier drucken kann.Das Team Bielefeld-CeBiTec stellt mit Hilfe des Modellorganismus Escherichia coli Nanopartikel her. Dafür suchten die Studierenden nach natürlichen Proteinen, die in der Lage sind, giftige Metallionen in die Zelle zu transportieren. Sie bauten die Proteine als Transporter in die Bakteri-enzellen ein. Die Studierenden fügten der Zelle zudem weitere Proteine zu, die die Metallionen reduzierten. So bildeten sich anschließend Nanopartikel. Bei der schadstofffreien Herstellung der Partikel arbeitet das Team zudem an der Behebung eines anderen ökologischen Problems: Die Gruppe nutzt Grubenwasser, wie es in stillgelegten Minen vorkommt, als Ausgangsstoff für die Nanopartikelgewinnung. Bisher musste das Abwasser aufwendig gereinigt werden, um die Verschmutzung von Gewässern und Trinkwasservorräten zu verhindern. „Indem wir die giftigen Metallionen herausfiltern, gewinnen wir nicht nur wertvolle Nanopartikel, sondern reinigen auch das Grubenwasser durch synthetische Biologie“, sagt Irina Rais vom Team Bielefeld-CeBiTec.Das Team wird von Professor Dr. Jörn Kalinowski und Dr. Christian Rückert sowie erfahrenen iGEM-Teilnehmenden unterstützt. Als einziges deutsches Team nimmt die Gruppe aus Bielefeld zum neunten Mal in kontinuierlicher Folge am Wettbewerb teil. Zu den Erfolgen der vergangenen Jahre zählen zum Beispiel ein Vizeweltmeistertitel, der Europameistertitel und Sonderpreise für das beste Umweltprojekt. Zudem erhielt das Team bisher jedes Jahr aufs Neue eine Goldmedaille. Neben der Arbeit im Labor ist der Dialog mit der Öffentlichkeit von zentraler Bedeutung für den Er-folg des Projekts. Daher hat das Team unter anderem bei der CeBiTec-Schülerakademie und im Mitmach-Labor Teutolab Wissenswertes über das Projekt und die synthetische Biologie vermittelt. Darüber hinaus wurde die Thematik im Rahmen des Famelab-Wettbewerbs für Wissenschaftskommunikation der Öffentlichkeit vorgestellt.BU: Irina Rais und Antonin Lenzen identifizieren mit UV-Licht DNA-Fragmente. Foto und Copr.: Team iGEM Bielefeld-CeBiTec


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