Kanäle - Dreiecksplatz-Kanal
05 JULI 2011

WdkK 2011: Dienstag und das Instrument der Woche



Von Ben Hensdiek.

Die Woche der kleinen Künste ist für einen Schreiberling wie mich etwas Besonderes. Bereits das dritte Jahr in Folge fängt nach dem Abend auf dem Platz die Arbeit erst an. Fotos sortieren, Text schreiben, online stellen. Ein wiederkehrender Kreislauf. Ebenso wiederkehrend wie eine Tatsache, die ich auch in diesem Jahr wieder beobachten kann: Die Woche schreibt ihre Geschichte selbst! Sie ist immer ähnlich und doch so grundverschieden. Der Dienstag 2011 vermochte dies eindrucksvoll zu beweisen, denn es gab altgewohntes ebenso wie gänzlich neue Erlebnisse…


Eines davon mag die erste Band des Abends, die Nils Wülker Group, ebenso wie zahlreiche Zuschauer kurzzeitig aus der Fassung gebracht haben. Denn wenn sich ein Großteil des Publikums plötzlich von der Bühne abwendet, um freudig in den Himmel zu winken, mag das von oben betrachtet arg verwirren. Der Grund war jedoch mit einem kurzen Blick gen Himmel ausgemacht – ein Heißluftballon schwebte knapp über den Hausdächern, nur wenige Meter vom Platz entfernt. Klar, dass sogleich der kindliche Trieb des Winkens aktiviert und ein faszinierter Blick aufgesetzt wurde.



Von der musikalischen Qualität des Quartetts rund um Trompeter Nils Wülker konnte dieser kurze Augenblick jedoch nicht ablenken. Zwar gingen vor allem die feinen und balladesken Jazz-Töne am Rande des Platzes in intensiven Gesprächen unter, doch auch hier sorgte die Musik für das beliebte Wochen-Feeling und erwies sich somit als gekonnte Wahl. Das Publikum auf den zahlreichen Bierzelt-Garnituren hörte fasziniert zu, bis die vor allem in der zweiten Hälfte des Programms platzierten rockiger angelegten Songs der Band auch den letzten zur Spitze des Dreiecks blicken ließen, um das Geschehen etwas aufmerksamer zu verfolgen.

Mit dem 71-jährigen Brian Auger samt Begleitung eroberte dann ein Instrument das Parkett, das bereits vielfach und hochkarätig besetzt am selben Ort zum Einsatz kam: Die legendäre Hammond B3-Orgel. Und an genau dieser zeigte sich Auger in Hochform vom ersten Ton an. Mitgebracht hatte sich der Wahl-Kalifornier keine geringeren, als seine eigenen Kinder: Sohn Karma Auger am Schlagzeug und Tochter Savannah Auger mit energiegeladenem Gesang haben die Gene des weltbekannten Vaters unüberhörbar geerbt und brachten ebenfalls Weltklasse-Niveau auf den Dreiecksplatz. Unterstütz von Nick Sample am Bass ergab sich ein feiner wie druckvoller Gesamtklang, der einen einfach packen musste. Garniert mit feinen Soli an Orgel und nicht zu vergessen grandios am Schlagzeug verwöhnte der Abend abschließend mit feinstem Hammond-Blues-Rock.



An einem solchen Abend scheint fast nebensächlich, dass das Wetter deutlich besser mitspielte als am Montag und sich die Sonne langsam genau gegenüber der Bühne freundlich strahlend zur Ruhe legte. Doch auch diese angenehme Wärme im Rücken machte den Abend perfekt. Dass der Geschichte auch dieses Tages einer zwölften Woche nicht wirklich etwas hinzuzufügen ist, scheint am Ende dieses Textes selbsterklärend. Sie ist geschrieben und wird als ein weiterer Abend einer Traditionsveranstaltung in den Köpfen derer bleiben, die dabei sein durften.

Es grüßt mit einem zufriedenen Lächeln auf den Wangen:

Der Ben.




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