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07 JULI 2011

WdkK 2011: Der Mittwoch: Kleinkunst unterm Regenbogen



Der Mittwoch: Kleinkunst unterm Regenbogen

Von Ben Hensdiek

Wer die Woche der kleinen Künste kennt, der weiß, dass es zum Bergfest etwas ruhiger wird. Kleinkunst auf die große Art und Weise bestimmt dann den Gala-Abend, wie er treffend überschrieben wurde. Viele Weltstars aus Pantomime und Clownerie konnten hier in der Vergangenheit bereits begrüßt werden. Eine Tradition, die in diesem Jahr ihre eindrucksvolle Fortführung erfuhr. Vollendet durch zwei Musik-Acts war es ein Abend zum stillen Genießen. Hunderte Besucher folgten dieser Einladung gerne – und erlebten das bislang abwechslungsreichste Programm dieser Woche…
Den Anfang machte das Berliner Duo Linne und Riesling, das neben einigen altbekannten Nummern auch viele frische Ideen aus der Welt der Pantomime mitbrachte. Akkurat gekleidet traf bei den beiden Meistern der Situationskomik auf zerstreut-verrücktes. Im Dialog der Figuren blitzten im steigernden Rhythmus immer wieder sprachliche Wortspitzen hervor, die das Publikum nahezu in eine Ostwestfälische Ekstase verfallen ließen. Gespannt wurde zugehört und vor allem zugesehen. Ein klasse Auftakt, der in der Zugabe durch eine phantastische Pantomime-Show in Zeitlupe nochmals gesteigert werden konnte.


Nach kurzer Umbaupause wurde es zunächst einmal musikalisch. Son Of Dave, Gitarrist der bekannten Crash Test Dummies”, war alleine aus London angereist. In seinem Solo-Programm setzte er mit Hilfe einer Vielzahl von Instrumenten und vor allem einer Looping-Station ganze Band-Arrangements um, was technisch einwandfrei und äußerst präzise funktionierte. Zünden wollte der Funke in Gütersloh allerdings nicht so recht, brauchten die einzelnen Songs doch sehr lange, um sich entsprechend zu entwickeln. Zeit, die vielfach für eine Intensivierung des zwischenmenschlichen Austausches mit dem Sitz- oder Stehnachbarn genutzt wurde, was die  Musik bei vielen etwas in den Hintergrund treten ließ.
In der anschließenden zweiten Umbaupause gesellte sich ein weiterer, unerwarteter Gast zum Publikum, der sich ebenso wie der Heißluftballon am Vortag begeisterter Blicke erfreuen durfte: Ein schöner, klarer Regenbogen zog sich über die Bühne und brachte somit auch am Himmel etwas Farbe ins Spiel. Der zugehörige Regen allerdings blieb aus, so dass auch dieser Abend warm und trocken blieb.


Der Weg war also bereitet, um international angesehene Gäste begrüßen zu können: Die KGB-Clowns aus Russland dürften allen Kennern der Szene ein Begriff gewesen sein. Und sicherlich zu Recht galten sie bereits im Vorfeld als eines der Highlights dieser Woche. Das Duo versteht seine Kunst bis ins letzte Detail, schafft allein durch Gestikulation ein Verständnis, das ohne Worte auskommt. Von klassischer bis hin zu moderner Umsetzung ihres Programms wussten sie in allen Lagen eines Clowns mehr als zu überzeugen. Sicherlich ein Moment, der in der Geschichte der Woche noch lange nachwirken wird.
Und auch beim Abschluss des Abends haben die Organisatoren der Kulturgemeinschaft erneut ein feines Händchen bewiesen: Didier Squiban, Pianist und Komponist aus der Bretagne, brachte gemeinsam mit Flötist Pascal Vandenbulcke eine charmant-entspannte Stimmung auf den Platz, wie sie zu diesem Zeitpunkt nicht besser hätte ausgewählt sein können. Vor allem die traditionellen bretonischen Einflüsse verliehen den Stücken trotz aller ruhigen Momente einen gewissen Schwung, der zum Verweilen und Träumen einladen mochte. Die angenehme Wärme und die heraufziehende Nacht taten das Weitere für einen wunderbaren gemeinsamen Ausklang auf dem Dreiecksplatz. Das Publikum dankte mit reichlich verdientem Applaus. Und man darf bereits gespannt sein, welche Größen die Gala-Nacht im kommenden Jahr zu einem immer wieder einmaligen Erlebnis machen werden.
Es grüßt herzlichst:
Der Ben




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