Kanäle - Dreiecksplatz-Kanal
08 JULI 2011

WdkK 2011: Der Donnerstag: Saitenzauber hoch3



Von Ben Hensdiek.

Sechs Saiten hat die klassische Gitarre. Versucht man hingegen zu zählen, wie viele musikalische Seiten das Instrument in sich birgt, wird man durchaus lange beschäftigt sein. Die Gitarre ist ein nicht wegzudenkender Bestandteil unserer Musik – warum ihr also nicht einen ganzen Abend der Woche der kleinen Künste widmen? Zumindest einen Teil der enormen Vielzahl an Möglichkeiten brachte der Donnerstag mit sich. Durchweg mit Schwerpunkt auf akustischen Gitarren, aber dennoch in Form und Darbietung jeweils ein Erlebnis für sich, präsentierten sich die Musiker auf äußerst hohem Niveau und hinterließen beim Publikum einen bleibenden Eindruck.

In die passende Atmosphäre tauchte das Susan Weinert Global Trio den Platz pünktlich ab 20 Uhr. Effektvoll eingesetzte Gitarrenklänge von der überzeugend aufspielenden Susan Weinert, die tief in ihrem Spiel versunken mit vollem Körpereinsatz und absoluter Spielfreude glänzte, wurde untermalt vom melodisch-perkussiven Kontrabass-Spiel ihres Mannes Martin Weinert. Percussionist David Kuckherrmann vervollständigte das Trio und brachte neben teils meditativ anmutenden Soli den musikalischen Zug ins Rollen.



Abgelöst wurden sie vom Duo Friendn Fellow, das beim ersten Hören seine Kraft vor allem aus dem bezaubernden Gesang von Constanze Friend schöpft. Der erste Eindruck mochte allerdings die im Laufe der ersten Stücke stetig klarer werdende musikalische Stärke ihrer Begleitung übersehen. Gitarrist Thomas Fellow zeigte eine ganz andere Seite des Instrumentes. Eine Gitarre wie ein kleines Orchester versprach die Ankündigung. Mit fortlaufenden Basslinien und gleichzeitig gespielter Akkord- und Melodiefolgen konnte dies überzeugend umgesetzt werden. Spätestens ab dem berühmtesten Saxofon-Solo, dass jemals für Gitarre geschrieben wurde aus dem bekannten Hit Baker Street verzückten die Musiker das Publikum mit ihrer Auswahl eigener und sehr eigen interpretierter bekannter Stücke.



Zur musikalischen Vorbereitung des letzten Aktes an diesem vorletzten Abend der Woche gesellte sich mit sinkender Sonne vor nur leicht bewölktem Himmel der Mond unter die Zuschauer auf dem Dreiecksplatz. Gepaart mit der unerwartet warmen und trockenen Witterung fehlte für den Abschluss eines Gitarren-Abends also nur noch eines: Ein echter Spanier mit heißen Flamenco-Rhythmen. Rafael Cortes ist gebürtiger Spanier. Und der kam, spielte und siegte!


Beeindruckt zeigte sich das plötzlich zu erwachen scheinende, jubelnde Publikum nicht nur von der Geschwindigkeit, die er auf dem Griffbrett an den Tag legte. Vielmehr die unglaubliche Präzision seines Spiels ließ den ein oder anderen leicht ungläubig erscheinen. Rafael Cortes - ein wahrer Großmeister seines Faches, der die Gitarren-Nacht auf dem Dreiecksplatz gemeinsam mit weiteren jungen Musikern seines Ensembles abermals in ein gänzlich neues Klanggewand hüllte und sie somit mehr als würdig beschloss.



Vier Tage auf dem Platz – da steht das große Finale in Walters Night unmittelbar bevor. Der Freitag wird es wie immer in sich haben, weshalb sich der Besuch auf dem Dreiecksplatz erst recht lohnt!


Es freut sich darauf:
Der Ben.




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