Kanäle - Dreiecksplatz-Kanal
09 JULI 2011

WdkK 2011: Der Freitag: Finale Grande



Von Ben Hensdiek.

Ein wenig Wehmütigkeit erfüllte den Dreiecksplatz am Freitag bei den letzten Tönen, die von der Bühne schallten. Erst recht nach der Erkenntnis, dass sich selbst eine bis dahin wunderbar harmonisch bis in Teilen spektakulär verlaufene Veranstaltungswoche offensichtlich doch noch steigern ließ. Denn die mittlerweile traditionelle Walters Night brachte zum Abschluss der zwölften Woche der kleinen Künste mehr Menschen als an den Vortagen auf den Platz und auch mehr Künstler auf die Bühne. Doch ganz klar: Vor der Wehmütigkeit stand bei bestem Wetter pure Volksfest- und Partystimmung auf dem Programm. Mit Karamelo Santo und Los Dos y Companeros präsentierten sich dem Anlass entsprechend zwei Bands in Bestform und unterstützten mit ihrer Musik das Wohlfühl-Gefühl, wie man es auf dem schönen Gütersloher Grün kennt und liebt. Ein Gefühl, welches an allen Tagen lockte und das im Nachhinein betrachtet erneut für eine einzigartige wie eindrucksvolle Woche gesorgt hat.


Mit dem ersten Act des eine Stunde länger dauernden Abends wurde kurzum das Argentinische Feuer in Form heißer Ska- und Reggae-Beats gezündet. Ohne Unterlass donnerten die Stücke auf das begeisterte Publikum zu, forderten regelrecht auf, unverzüglich mit dem Körper oder – in Ostwestfälischer Tradition – zumindest mit dem Fuß mitzugehen. Trotz des Feuers war das Konzert zudem offensichtlich auch in sitzender Position zu genießen, was nicht nur die voll besetzten Bierzelt-Garnituren auf dem Platz zeigten, sondern auch viele eher junge Besucher auf dem Rasen. Sei es drum – der energiegeladene Auftritt von Karamelo Santo überzeugte alle gleichermaßen. Nicht ohne Grund ist die Band eine der bekanntesten ihres Genres aus Argentinien. So reihte sich ganz nebenbei erneute ein musikalisches Großkaliber in die Geschichte der Veranstaltung ein.



Weiter ging es aufgrund der Unmengen an Instrumentarium nach einer Umbaupause mit heißen Rhythmen, die ihren Ursprung vorwiegend im Bereich des Salsa finden. Doch Los Dos y Companeros vereinen Gabe und Drang, die Musik mit einem unwiderstehlichen bayrischen Akzent auf die Bühne zu bringen. Eine spannende Mischung, die vor allem durch immer wieder eingebrachte Deutungen und Übersetzungen an Fahrt und Unterhaltungswert gewann.

An diesem Punkt angekommen war es auch für mich an der Zeit, die wenigen verbleibenden Minuten der Woche der kleinen Künste 2011 einfach zu genießen. Hinein in das Getümmel, das an diesem Abend völlig neue Dimensionen anzunehmen schien, und die Stimmung ganz bewusst als Gast zu erleben. Die richtige Entscheidung, denn nun lief alles, wie man es von einem Finale Grande auf dem Dreiecksplatz erwartet. Auf und vor der Bühne wurde kräftig getanzt, gesungen und gefeiert. Weiter hinten genossen viele den Blick auf die imposante Bühne. Auch die zahlreichen Randgespräche fanden wie immer äußerst rege statt. Man trifft sich auf dem Platz scheint in der Tat mehr zu sein als eine leere Floskel, sondern vielmehr ein geflügelter Satz, der sich immer wieder bewahrheitet.



Getroffen und wiedererkannt haben sich auch viele hier in meinen Berichten der letzten fünf Tage. Unzählige Rückmeldungen haben mir gezeigt, dass ich mit meinen Eindrücken nicht immer so ganz falsch lag – vielen Dank dafür! Ab spätestens Montag holt uns dann alle der Alltag ohne die feste Kultur-Verabredung am Abend auf dem Dreiecksplatz ein. Auch für mich beginnt dann die Zeit ohne Nachtschichten in Word-Dokumenten und im Internet, was sicherlich nach einer Woche Dauereinsatz zu verschmerzen ist – fehlen wird es dennoch…


Im Rückblick auf die Woche hat mir ein guter Freund mit auf den Weg gegeben, dass er meinen Abschiedssatz vom Dienstag einfach prägnant auf den Punkt gebracht ebenso gefühlt hat, wie ich es ausgedrückt habe. Es grüßt mit einem zufriedenen Lächeln auf den Wangen: Der Ben, heißt es dort. Genauso war es gemeint und genauso habe ich es wie so viele andere an jedem einzelnen Tag gefühlt. Dennoch fallen mir heute ganz andere Sätze ein, die ein weiterer Freund, der Singer/Songwriter Sielemann, in seinem Song schreibt, der am Freitag die Woche abgeschlossen hat:


Gute Nacht, machts gut,
kommt heile nach Haus,
grüßt die Andern von mir,
ich trink mein Glas noch aus,
schließ die Tür hinter mir
und denk‘ an euch -
wenn ich schlafen geh‘.


In diesem Sinne, bis im nächsten Jahr!

Der Ben.

Meinungen und Meldungen an den Autoren:ben(at)gtownmusic.de




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