Kanäle - Dreiecksplatz-Kanal
31 AUGUST 2008
Grotesk, anarchisch, subversiv: tolle Auftritte!

Grotesk, anarchisch, subversiv: tolle Auftritte!



Zu den schönsten Stunden auf dem Dreiecksplatz gehört die Wartezeit auf die Konzertauftritte.

Mittwoch 20. August: Der Platz ist noch halb leer, Sitzplätze werden gesichert und es wird gegessen und getrunken, was die Stände rund um den Platz kulinarisch hergeben. Ein bisschen Partystimmung macht sich breit und gequatscht wird überall. Wenn denn nicht ... , ja, wenn es nicht regnet. Gestern abend sah es bis knapp vor 20 Uhr düster aus. Rasen, Bänke und Tische waren patschnass, der Regen wollte nicht aufhören. Alles vorbei? Nee, wir sind doch auf dem Dreiecksplatz, da geht es meistens gut: Um 20 Uhr lugte gar die Sonne zwischen den Wolken durch, als Volker Wilmking die Musikfreunde begrüßte. Wir zählten 1.500! Und keiner ging vor 23 Uhr, denn was da geboten wurde auf der Bühne, war Spitzenqualität. Bidla Buh, Achim Börchers und The Ukulele Orchestra of Great Britain: ein denkwürdiger Abend!


Einfach nur grandios war das Musik-Comedy-Showprogramm von Bidla Buh. Die drei Hamburger sind virtuose (übrigens auch studierte) Musiker und bearbeiten die musikalische Welt des 20. Jahrhunderts, greifen dabei tief in die 20er bis weit in die 90er Jahre, machen vor nix und niemandem Halt und stülpen allem Material einen grotesk-anarchischen Humorstempel auf, bis das Publikum sich schier biegt vor Lachen. Best organisiertes Chaos, bei dem man genau hinsehen und zuhören muss, um ja nichts zu verpassen. Dass es ausgerechnet Bidla Buh schaffte, dass der Platz während ihres Konzerts immer ruhiger wurde (was bei dem kleinen Stadtfest »Woche der kleinen Künste« gar nicht immer so einfach ist), ist die besondere Leistung dieser drei überaus sympathischen Jungs im Frack und mit Fliege und roter Rose im Revers. Riesenbeifall!
Ingo Börchers, Comedian aus Bielefeld, gönnte Volker Wilmking einen (moderations-)freien Abend und füllte die Umbaupause für das Ukulele-Orchestra mit seinen witzigen Beobachtungen unseres Alltags. Die Absurdität ist unser täglicher Begleiter, Börchers seziert den Wahnsinn der Medienwelt und wirft sie uns zum Ablachen vor. Klasse gemacht!
Und dann: The Ukulele Orchestra of Great Britain. Für viele war es bereits der Höhepunkt dieser Woche. Klein-Kunst? Oh nein! Auch die winzigste Ukulele wird in den Händen der (an diesem Abend) sechs Bandmitglieder zum Werkzeug großer Kunst. Im Zusammenspiel der hervorragenden Musiker aus England fließen Jazz, Skiffle und Punk-Rock so herrlich unernst zusammen, dass es die reine Freude ist. Die Ukulele ist das perfekte Instrument, um gleichzeitig virtuos und komisch zu sein. Und keiner kann das besser als britische Musiker. Eine Prise Händel, wilder Dixie-Jazz, russischer Schwermutschmelz, Country-Galopp, Rock natürlich und noch viel, viel mehr: Nichts ist vor diesen Subversions-Künstlern sicher. Das Publikum war absolut begeistert und wollte diese geniale Truppe, die es auch versteht, zu sechst auf einem einzigen Instrument zu spielen(!), nur nach mehreren Zugaben von der Bühne lassen.

Fotos: Peter Heermann und Kai Uwe Oesterhelweg.






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