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Woche der kleinen Künste mit Rock und Funk


Am vierten Tag der Woche der kleinen Künste wurde es auf dem Dreiecksplatz laut. Mit NEOH kam eine echte Größe der deutsch-Rock Szene nach Gütersloh, die bewiesen, dass sie zu recht als Vorband von Nena auftraten. Weiter ging es mit Star-Bassist Hellmut Hattler und seinem virtuos, fulminanten Bassspiel.

18 JULI 2013
Woche der kleinen Künste

WdkK’13 - Der Donnerstag: Fulminanter Höllenbass


"Alles neu und anders, als man denkt" - NEOH-Frontfrau Fee Mietz bringt mit der Zugabe ihrer Band auf den Punkt, worüber gut eine Stunde rund um die Bühne angeregt gesprochen wurde. Deutsch-Rock, gab's das schon bei der "Woche"? Auch die, die seit Jahren keine Minute auf dem Platz verpasst haben, können sich in dieser Form nicht daran erinnern. Am vierten Tag ein Hauch der Modernisierung - oder eben die Vervollkommnung eines Kulturauftrages.

An diesem Donnerstag ging die Sonne zwei Mal auf. Einmal um 5:35 Uhr am Morgen und einmal, als die sympathische Sängerin Fee von NEOH auf die Bühne trat. Jung, dynamisch, frisch - und musikalisch ein weiterer Mosaikstein einer ohnehin unglaublichen Vielfalt dieser Woche der kleinen Künste 2013.

Was NEOH machen? Wer auf dem Platz an diesem Abend ein wenig die Ohren spitzt, kommt an folgender Plattitüde (ja, die zweite in dieser Woche) nicht herum: "In Gütersloh scheint im Juli der Silbermond". Was zunächst tatsächlich etwas platt wirkt, stellt sich beim Blick in den Himmel als die Wahrheit heraus. Zudem meine ich das durchaus als großes Lob an die Band! Natürlich fest im Stil der deutschen Rock- und Pop-Welle "gefangen", gibt es nicht viele Bands, die dies auch so souverän und ehrlich rüberbringen. So klingen Songs wie "Schwerelos" oder "Einer von Millionen" zwar nicht neu, aber eben doch wie die Werke der "Großen", mit denen NEOH zudem schon des Öfteren die Bühne teilten.

Für die Kulturgemeinschaft gehören Engagements von Bands dieser jungen Generation ebenso zum selbst gesetzten Kulturauftrag, wie Jazz-Abende und Weltmusik. Hier für die Jugendmusikkultur gekonnte Akzente zu setzen ist ein lohnender Schritt in Richtung Zukunft. Ohnehin scheint das junge Publikum in diesem Jahr auf dem Platz viel präsenter zu sein. Ihnen weitere Anreize für den Besuch kultureller Angebote wie diesem zu schenken, kann also nur zielführend sein. Nicht zuletzt, weil dann auch - wie im Vorfeld zu diesem Abend geschehen - der Jugendsender 1LIVE mit lobenden Worten zu einem Besuch in Gütersloh rät.

Nach NEOH ging es mit purer Stimmgewalt weiter: „SIYOU’n’HELL“ heißt das Abräumer-Duo des Abends. Siyou steht dabei für den zweiten Vornamen der bezaubernde Sängerin Isabelle, „Hell“ für die höllische Basskunst (im positiven Sinne und nein, in diesem Kontext nicht für Hellmut) des legendären Kraan-Mitbegründers Hellmut Hattler. Gemeinsam vereinen sie, was auf den ersten Blick doch sehr exotisch wirkt, auf den zweiten hingegen eine Symbiose par excellence bildet. Da trifft der ausdrucksstarke, Gospelgeprägte Gesang auf ein Bass-Spiel von Weltklasse – und lässt bekannte Songs völlig neu glänzen.

Hellmut Hattlers Geniestreiche am Bass lassen sich in der Tat kaum beschreiben. Er entlockt dem Instrument nie zuvor gehörte Laute, schafft in einer grenzenlosen Präzision und Vielfältigkeit ein ganz eigenes Klangerlebnis. Untermalt von Beatboxing-Einlagen fasziniert das schon als Duo. In darauf folgender Quintett-Besetzung, erweitert durch Keyboards, Drums und Percussion – ebenfalls in Weltklasse-Besetzung – vermag das Projekt die Gütersloher Besucher in der Tat zum Ausflippen zu bewegen. Auf den Sitzen gehalten hat es niemanden mehr. Genau von solchen einmaligen Momenten unter freiem Himmel lebt die Woche!

Das gestern versprochene zweitägige „Finale Grande“ hat spätestens an diesem Punkt seinen Anfang genommen. Der zweite Teil folgt dann am Freitag mit Mickey Meinert & Cesar Anot, sowie der legendären Thommy Schneller Band.

Ich freue mich drauf und werde spätestens am Samstag etwas wehmütig die allnächtliche Schreiberei vermissen.

Der Ben.
P.s.: Yasmine war auch wieder dabei!




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