Kanäle - Dreiecksplatz-Kanal

Woche der kleinen Künste überzeugt mit Jazz und Soul


Auch diese Jahr stand ein Abend ganz im Zeichen ruhiger Töne. Den Anfang machte das Duo Sonetta mit facettenreichem Jazz von Klassik bis hin zur orientalischen Musik. Zu späterer Stunde wurde es auf dem Dreicksplatz mit dem Jeff Cascaro Quintet funktig und soulig.

17 JULI 2013
Woche der kleinen Künste

WdkK’13 - Der Mittwoch: Die Kraft der Gemütlichkeit


Heute einmal anders! Aber keine Angst, natürlich wird es auch vom Mittwoch einen ausführlichen Bericht vom Abend geben. Anders ist die Zeit, in der diese Zeilen entstehen. Es ist 19:48 Uhr, gute zehn Minuten bleiben bis zur Titelmelodie der „Woche“ und zum Auftritt des Duo Sonetta, das heute das Programm eröffnen wird. Der Platz füllt sich bei bedecktem Himmel etwas langsamer als die vergangenen Tage. Aber er füllt sich beständig und verlässlich bis auf den letzten Platz.

Ich sitze auf einer etwas verlassenen Bank am Backstage-Zelt hinter der Bühne, die Künstler genießen in lockerer Atmosphäre ihre letzten Minuten vor dem Auftritt, Pianistin Sona Jafarova wärmt die Finger am E-Piano für den Feurich-Flügel auf. Ein paar der zahlreichen Helfer erholen sich vom erfolgreich abgeschlossenen Aufbau oder warten auf kommende Aufgaben.

Es ist das "Drumherum", das viele gar nicht wahrnehmen, das aber zum Erfolgskonzept der "Woche der kleine Künste" wurde und das auch mit neuen Köpfen im Vorstand in angenehmer Weise fortgeführt wird. Hier hinten kennt jeder jeden, ist jeder auf seinem Platz und weiß jeder, warum er seit Jahren immer wieder mit dabei ist. Ohne die zahlreichen Helferinnen und Helfer, Ehrenamtler und Fachkräfte, die buchstäblich "hinter der Bühne" den Rahmen für die erfolgreichen Abende bilden, wäre ein solches Großevent weder denkbar, noch wäre es jemals zu einem solchen geworden. Auch das darf und muss hier einmal Erwähnung finden.

Doch zurück zum Geschehen. Die Titelmelodie erklingt zum dritten Mal in diesem Jahr, der erste Vorsitzende der Kulturgemeinschaft, Hans-Hermann Strandt, begrüßt wie jeden Abend auch zum Bergfest die Gäste auf dem Platz. Hinter der Bühne gibt es noch eine herzliche Umarmung für die Musiker und los geht's: Die Reise vom Orient zum Okzident mit dem Duo Sonetta beginnt.

Mit beeindruckender Präzision konstruieren Sona Jafarova am Flügel und Sebastian Netta an den Percussions ihre verträumten Melodien. Verträumt und doch mitreißend für den, der sich auf das Spiel einlässt und der sich einen ruhigen Platz gesichert hatte. Äußerst facettenreich kommt die Mischung aus abendländischen Stilen und Jazz-Anklängen daher. Ebenso facettenreich das Bild auf und um den Platz selber, wo unzähligen angeregte Gespräche den zweiten Part der alljährlichen Symbiose aus niederschwelligem Kulturzugang und Volksfest bilden.

Zurück hinter der Bühne wird es kurz vor der Umbauphase etwas rührseliger. Die Helfer stehen bereit, um den Flügel zur Seite zu schieben, Kabel umzulegen und alles für den zweiten Act des Abends einzurichten, während es vor der Bühne noch kräftigen Applaus für Sona und Sebastian gibt. Hinter der Bühne herrscht gelöste Stimmung bei den Musikern des Jeff Cascaro Quintett. Der Wechsel auf den Brettern folgt wie gewohnt problemlos und gut organisiert. Eine kurze Anmoderation und schon geht es weiter.

Die Sonne, die sich ohnehin heute nicht so recht hat blicken lassen, ist nun endgültig hinter den Baumwipfeln versunken. Von der Bühne streut sich ein angenehmes Licht über die Zuschauer, taucht den Platz dank Ehrengast "Yasmine" bei wohliger Wärme in ein fast romantisch anmutendes Gesamtkunstwerk voller freudiger Emotionen.

Jeff Cascaro und sein Quintett trugen ihren Teil dazu bei, auch wenn Cascaro seine Erinnerungen an Gütersloh weniger romantisch formulierte: "Dass man in der Stadt schon mal war merkt man daran, dass sich das Handy automatisch im W-Lan des Hotels einwählt". Ein kleiner Spaß am Rande, der die Lockerheit der fünf Profis auf der Bühne gleich zu Beginn in sympathischer Weite unterstreicht.

Als „lässig und einfühlsam“ angekündigt brachte das Quintett eine gelungene und anfangs wunderbar treibende Mischung aus Soul und Jazz auf die Bühne. Grundsolide in der Ausführung begeisterte vor allem die vielseitige Stimme Cascaros, der immer wieder auch neben sich zur Trompete griff und sich mit seinen Mitmusikern einige spannende Soli zuwarf. Das kam an im Dreieck und endete in einem "Wir lieben euch Gütersloh, bis zum nächsten Mal“.

Ob und wann es dazu kommen wird können wir heute noch nicht sagen. Sicher ist hingegen, dass wir hiermit vor und hinter der Bühne schon über die Hälfte der Woche hinter uns gebracht haben. Freuen wir uns also auf ein zweitägiges „Finale Grande“!

Früher als sonst fertig mit der Arbeit grüßt:
Der Ben.




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