Kanäle - Dreiecksplatz-Kanal
30 AUGUST 2012

WdkK 2012: Der Donnerstag – Der Junge Jazz(t)



von Ben Hensdiek.

WOW!

Da fällt mir doch bald nichts mehr ein. Auch wenn die ganz Großen Tage der Stadt als überregional herausragende Jazz-Metropole wohl vergangen sind – hin und wieder beginnt der Stern erneut zu funkeln. Oft ist das auf dem Dreiecksplatz, wo sich auch in dieser Woche der kleinen Künste die Großen das Mikro in die Hand geben. Die JazzNight am Donnerstag der Woche 2012 bekam durch ein mutiges Lineup einen wunderbar jungen Charakter. Grenzenlose Hingabe und Spielfreude der durch die Bank überaus sympathischen Musiker durften wir erleben. Selbst das dem Jazz weniger aufgeschlossene Publikum unter den zahlreichen Liebhabern dieser Stilistik musste an diesem Abend den Hut vor absolut überzeugenden Leistungen ziehen.

Allen voran die Berliner Formation Mo‘ Blow, die den Abend unter Zugabe permanenter Begeisterungsstürme eröffnete. Mittig platziert strahlte Bandleader Felix F. Falk das aus, was einen erfolgreichen Musiker ausmacht: Die pure Freude an dem, was er da auf der Bühne tut. Und das war weit mehr als solide! Die Band brachte ihren sehr funklastigen und absolut tanzbaren Club-Jazz mit einer jugendlichen Leichtigkeit aufs Parkett, dass sich selbst die hintersten Reihen die Augen rieben und von Anfang an voll und ganz bei der Sache waren.

Hier passt die Einordnung Young German Jazz wie die Faust aufs Auge – und der machte trotz seiner hohen Komplexität Lust auf mehr, was einige Zugaben und einen auf den Kopf gestellten Zeitplan zur Folge hatte. Doch das verzeiht man gerne, denkt man an die tollen Saxofon-Soli zurück, die teils unterstützt von einer Loop-Station eine beinahe orchestrale Wirkung erzeugten. Nicht zu vergessen das ebenso verblüffende wie mitreißende minutenlange Bass-Solo von Bassmann Tobias Fleischer.

Die Zeit für den schwarzen Steinway-Flügel war gekommen, und mit ihm das Tasten-Wunderkind Michael Wollny. Kind nehmen wir dabei selbstverständlich nach kurzer Recherche zurück, stand hier doch ein gereifter mehrfacher ECHO Jazz-Gewinner auf der Bühne. Tastenwunder bleibt im selben Zuge jedoch stehen, wenn man die innige, durch das Schlagzeug erweiterte Performance, live erleben durfte. Wollny spielte sich mit seiner charismatischen und äußerst emotionalen Show im wahrsten Sinne die Finger blutig. Voller Einsatz für das Gütersloher Publikum. Ein sicherlich anspruchsvolles, aber lohnendes Highlight dieser Woche.

Die Symbiose aus Jazz und Mac-Book hat der Schwede Jacob Karlzon mit seinem Trio für sich entdeckt und angestaubte Attitüde durch moderne Technik erweitert. So treffen auf die Grundbesetzung Piano, Schlagwerk und Bass elektronische Einflüsse vom Band, die den Horizont junger Jazzmusik deutlich erweitern. Dabei macht Karlzon auch nicht vor E-Gitarren oder Synthesizer-Sounds halt und nutzt diese Arrangements als Grundlage ausgiebiger Improvisationen. Musik als rauschhaftes Live-Erlebnis beweist sich in der Qualität ihres Aufbaus – und an genau diesem Punkt war die Band ganz vorne dabei und vermochte es scheinbar spielerisch, den Dreiecksplatz in ein Meer aufmerksamer Zuhörer zu verwandeln. Einen schöneren Abschluss hätte dieser Abend wohl kaum finden können.

Nach vier wunderbaren Abenden auf dem Platz ist er nun gekommen, der letzte Tag der Woche 2012. Walters Night am Freitag ist seit Jahren etwas ganz besonderes. Der diesjährige Freitag bringt zudem viele kleine und große Veränderungen mit sich. In jeder dieser Veränderungen steckt die Erinnerung an das was war und die freudige Erwartung auf das was kommt.


Ich freue mich, diesen besonderen Abend mit Ihnen und Euch gemeinsam erleben zu dürfen. Den musikalischen Rahmen bieten wie immer ab 20 Uhr das Matteo Capreoli Duo, Cosmo Klein und The Phunkguerilla und zu guter Letzt die Gütersloher Lokalmatadore The Dizzy Dudes.

Wir sehen uns auf dem Platz!

Der Ben.

Meinungen und Meldungen an den Autoren:ben(at)gtownmusic.de
Bilderstrecke: Ben Hensdiek.




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