Abriss des ehemaligen Nordsee Restaurants
Verein Daheim - Tagespflege Spexard
News - Viele Familien ärmer als bislang gedacht -
Suche:

Viele Familien ärmer als bislang gedacht

07 FEBRUAR 2018


// Logo: Bertelsmann Stiftung|
Familien mit geringem Einkommen sind in den letzten 25 Jahren weiter abgehängt worden. Mit einer neuen Methodik haben Forscher im Auftrag der Bertelsmann Stiftung festgestellt, dass vor allem arme Familien bisher reicher gerechnet wurden als sie tatsächlich sind. Politisch gilt es nun, ein größeres Gewicht auf die Bekämpfung von Armut zu legen. Die Untersuchung zeigt ebenfalls, dass von 1992 bis 2015 Paare mit Kindern oder Alleinerziehende im Durchschnitt finanziell stets schlechter gestellt waren als kinderlose Paare. „Mit jedem zusätzlichen Kind wird die finanzielle Lage von Familien schwieriger. Kinder sind leider ein Armutsrisiko in Deutschland“, so Dräger. Zudem ist die Einkommensschere zwischen wohlhabenden und armen Familien in diesem Zeitraum weiter aufgegangen. Seit den 90er Jahren ist es nur jenen Familien gelungen, ihre Einkommenssituation zu halten oder zu verbessern, die ihren Erwerbsumfang ausweiten konnten – in der Regel durch eine umfänglichere Erwerbstätigkeit von Frauen. Entscheidend hierfür war der Ausbau der Kindertagesbetreuung. Kindergelderhöhungen hingegen haben die Einkommenssituation von Familien mit Kindern nicht nachhaltig verbessert. Diese Ergebnisse bestätigen frühere Untersuchungen, allerdings sind die Effekte – gemessen mit der neuen Methode – stärker als bislang gedacht. Darüber hinaus ergeben sich im Detail relevante Unterschiede.

Die Einkommenssituation von vielen Familien und insbesondere Alleinerziehenden ist schlechter als bislang gedacht. In einer Studie im Auftrag der Bertelsmann Stiftung haben Forscher der Ruhr-Universität Bochum jetzt erstmals für Deutschland ermittelt, welche zusätzlichen Kosten durch Kinder je nach Familientyp und Einkommensniveau entstehen. Dabei wird klar: je geringer das Familieneinkommen ist, desto schwerer wiegt die finanzielle Belastung durch jedes weitere Haushaltsmitglied.  Um die Einkommenssituation von verschiedenen Familientypen vergleichen zu können, wurden bisher die zusätzlichen Ausgaben für Kinder gemäß der OECD-Skala pauschal mit sogenannten Äquivalenzgewichten geschätzt. Bezugsgröße dabei sind die Ausgaben für einen alleinlebenden Erwachsenen. Ein zusätzliches Kind unter 14 Jahren erhält ein Gewicht von 0,3, eine zusätzliche Person über 14 Jahren von 0,5. Die jetzt vorliegenden Ergebnisse machen jedoch deutlich, dass starre Skalen nicht angemessen sind. In der Studie wurden deswegen einkommensabhängige Äquivalenzgewichte berechnet, die einen realistischeren Blick auf die Einkommenssituation von Familien ermöglichen. Sie zeigen, dass die Anwendung der OECD-Skala die Einkommen armer Haushalte systematisch über- und jene reicher Haushalte unterschätzt. Denn für ärmere Familien ist die finanzielle Belastung durch Kinder im Verhältnis größer als für wohlhabende Familien. Für Jörg Dräger, Vorstand der Bertelsmann Stiftung, ist deshalb klar: „Wir können Armut nur erfolgreich bekämpfen, wenn wir sie realistisch betrachten können.“ So zeigt sich, dass die Armutsrisikoquote von Paarfamilien nach der neuen Berechnung knapp drei Prozentpunkte über den bisher ermittelten Werten liegt: nach neuer Berechnung sind 13 Prozent der Paare mit einem Kind armutsgefährdet, 16 Prozent jener mit zwei und 18 Prozent solcher mit drei Kindern. Besonders drastisch ist die Situation für Alleinerziehende. Lag deren Armutsrisikoquote nach früheren Berechnungen bei 46 Prozent – und damit schon sehr hoch –, sind es auf Basis der neuen Methode 68 Prozent. Gerade bei Alleinerziehenden führt die Anwendung der starren, einkommensunabhängigen OECD-Skala dazu, dass die zusätzlichen Ausgaben für ein Kind im Haushalt deutlich unterschätzt werden. Während beispielsweise ein Haushalt mit zwei Erwachsenen mit einem Schlaf- und einem Wohnzimmer auskommen kann, brauchen Alleinerziehende zusätzlich ein Kinderzimmer. Zudem fallen bei niedrigeren Einkommen die kinderspezifischen Ausgaben (etwa für Windeln, Schulsachen, neue und passende Kleidung) besonders ins Gewicht. Gleichzeitig ist es für Alleinerziehende aufgrund der aufwändigeren Betreuung und Fürsorge für die Kinder besonders schwer, ihren Erwerbsumfang zu vergrößern. Vergleichbar ist die Situation für kinderreiche Familien. Dräger fasst zusammen: „Von Armut sind vor allem die Familien betroffen, die ihre Erwerbstätigkeit aufgrund besonders großer Betreuungsverantwortung nicht steigern konnten.“  Politisch sollte deshalb ein größeres Gewicht auf die Bekämpfung von Armut gelegt werden. „Vor allem Alleinerziehende brauchen stärkere Unterstützung“, so Dräger. Zudem gilt es, die staatliche Existenzsicherung für Kinder neu aufzustellen. Dabei, so Dräger, sollte sich der Staat konsequent an den Bedürfnissen von Kindern orientieren. „Mit einem Teilhabegeld als neue familienpolitische Maßnahme können wir das Kindergeld, die SGB II-Regelsätze für Kinder und Jugendliche, den Kinderzuschlag und den größten Teil des Bildungs- und Teilhabepakets bündeln.“ Dieses neue Instrument soll gezielt arme Kinder und Jugendliche erreichen und mit steigendem Einkommen der Eltern abgeschmolzen werden. Darüber hinaus brauchen Kinder und Eltern in ihrer Umgebung gute Bildungs- und Freizeitangebote sowie eine passgenaue, unbürokratische Unterstützung. Zudem sollten die neuen methodischen Erkenntnisse dieser Studie in der Armuts- und Sozialberichterstattung der Bundesregierung berücksichtigt werden, damit die bisherigen Verzerrungen aufgrund der OECD-Skala zukünftig nicht weiter auftreten. „Ansonsten“, so Dräger, „verlieren wir genau die aus dem Blick, die am meisten auf Unterstützung angewiesen sind.“


zur Übersicht


Warn-Apps informieren über aktuelle Gefahrensituationen

20 FEBRUAR 2018

Ob Sturmwarnungen, Hochwasser oder Großbrände – Warn-Apps informieren Smartphone-Nutzer schon heute über aktuelle Warnmeldung zu unterschiedlichen Gefahrenlagen. Eine dieser Warn-Apps ist die Notfall-Informations-und-Nachrichten-App (NINA) vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, mit der die Kreisleitstelle Gütersloh schon seit zwei Jahren ...

mehr lesen...

»Revolutionäre Exzellenz« bei Miele auf der Eurocucina

20 FEBRUAR 2018

Auf der Eurocucina präsentiert sich Miele seinen Gästen in diesem Jahr mit einem deutlich vergrößerten Messestand. Im Mittelpunkt steht hier der „Dialoggarer“ – ein revolutionär neues Kochgerät, dessen Marktstart im zweiten Quartal 2018 beginnt. Parallel zur weltweit wichtigsten Küchenmesse lädt der deutsche Familienkonzern, wie auch schon 2016, zu einem ...

mehr lesen...

Arbeitsplätze für zirka 270 Beschäftigte

20 FEBRUAR 2018

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Jobcenters in Gütersloh sind inzwischen auf fünf verschiedene Standorte verteilt, die größten an der Kaiser- und Friedrich-Ebertstraße. Da auch das Kreishaus Gütersloh räumlich an seine Grenzen gekommen ist und die Revision und die pro Wirtschaft GT ausziehen mussten, plant der Kreis Gütersloh einen Neubau in unmittelbarer Nähe des ...

mehr lesen...

Geld für die Flüchtlingshilfe kommt bei vielen Initiativen nicht an

20 FEBRUAR 2018

Obwohl Flüchtlingsinitiativen in Deutschland oft zusätzliche Finanzmittel benötigen, nimmt mehr als ein Drittel (37 %) von ihnen keine Fördermittel in Anspruch. Das liegt vor allem daran, dass die Gruppen die Anforderungen der Fördermittelgeber nicht erfüllen können, etwa in Bezug auf die Gründung eines Vereins. An fehlenden Fördermittel-Programmen lag es bis 2017 hingegen ...

mehr lesen...

Neuer Standort des ehrenamtlichen Sprachlotsenpools

20 FEBRUAR 2018

Der ehrenamtliche Sprachlotsenpool des Kommunalen Integrationszentrums hat einen neuen Standort in Rheda-Wiedenbrück. Im Haus der Caritas an der Bergstraße 8 werden künftig vor Ort die Aktivitäten der Sprachlotsen vor Ort gebündelt. Den neuen Standort nutzten die beteiligten jetzt, um das Projekt und den Kooperationspartner Caritas vorzustellen. Die Doppelstadt bietet den ...

mehr lesen...

Bertelsmann-Azubis spenden 500 Euro an Gütersloher Umweltorganisation

19 FEBRUAR 2018

Mit der Idee, umweltfreundliche Mehrweg-Kaffeebecher anzuschaffen, sammelten die Auszubildenden 300 Euro ein. Das Geld spendeten sie nun – um weitere 200 Euro von Bertelsmann aufgestockt – an die GNU in Gütersloh. „Für uns beginnt Nachhaltigkeit vor der eigenen Haustür.“ – Unter diesem Motto haben Tim Becker und Kevin Viereck von der Jugend- ...

mehr lesen...

Ab sofort ist kein Papier mehr nötig

19 FEBRUAR 2018

Rechtliche Vorgaben gibt es unzählige, auch im Aufgabengebiet des Kreises Gütersloh. Die EU Richtlinie 2014/24/EU ist eine davon. Sie spart den Mitarbeitern des Jobcenters demnächst Papiere zu stapeln, Kopien anzufertigen und Kisten zu schleppen: Die Vergabeverfahren werden elektronisch. Nach Vorgabe des europäischen Rechts besagt die Richtlinie, dass alle öffentlichen ...

mehr lesen...



Powered by PRO-Admintool
_