16.06.2010: Echte Herzensangelegenheit: 2. Linksherzkathetermeßplatz für das Klinikum Gütersloh - Erster Spatenstich für das Großprojekt an der Reckenberger Straße

Beherzter Zugriff: Architekt Norbert Beckmann, stv. Aufsichtsratsvorsitzende Annette Kornblum, Klinikums-Geschäftsführerin Maud Beste, Bürgermeisterin Maria Unger, Ärztlicher Direktor Priv. Doz. Dr. Rüdiger Klän, Kardiologie-Chefarzt Prof. Dr. Heinrich Ditter beim ersten Spatenstich für den Neubau zum 2.Linksherzkathetermeßplatz.
Gütersloh (gpr). Um die 2000 Untersuchungen am Herzen werden jährlich zur Zeit am Klinikum Gütersloh durchgeführt. Damit sind die Kapazitäten des Linksherzkathetermeßplatzes im Hause mehr als ausgeschöpft. Der Bedarf liegt deutlich höher. Um die Versorgung der Bevölkerung in der Region zu optimieren und Wartezeiten zu verhindern, beschloss der Klinikumsausschuss im vergangenen Jahr die Einrichtung eines zweiten Linksherzkathetermeßplatzes.
Am Montag (14.6.) startet mit dem ersten Spatenstich damit ein weiteres großes Bauprojekt am Klinikum. Auf rund 1,8 Mio. Euro belaufen sich Bau- und Einrichtungskosten. Der Bau wird mit rund 1,1 Mio EUR aus Eigenmitteln des Klinikums und mit 769.000,- EUR aus Fördermitteln des Konjunkturpakets II finanziert.
Errichtet und eingerichtet mit neuester Technik wird bei laufendem Betrieb in den kommenden sieben Monaten ein rund 280 Quadratmeter umfassender Erweiterungsbau im Erdgeschoss, der den Untersuchungsbereich flächenmäßig fast verdoppelt. Der Neubau bietet den nötigen Raum für die Anlage des zweiten Linksherzkathetermeßplatzes mit dem reinen Untersuchungsbereich sowie den erforderlichen Nebenräumen. Realisiert wird das Projekt vom Gütersloher Architekturbüro Beckmann unter Beteiligung von weiteren Ingenieur- und Fachbüros.
„Mit dem zweiten Meßplatz geht das Klinikum einen großen Schritt in die Zukunft kardiologischer Diagnostik und Behandlung,“ erklärte Prof. Dr. Heinrich Ditter, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Klinikum Gütersloh beim offiziellen Spatenstich.
So bringt die Kapazitätserweiterung zusätzliche Möglichkeiten, wie z.B. die Einrichtung einer Elektrophysiologie, deren Aufgabe es ist, Herzrhythmusstörungen bei einer Katheteruntersuchung zu erkennen und gleich zu beseitigen.
Ein wesentlicher neuer Aspekt ist auch die ab Inbetriebnahme gegebene Möglichkeit zur Behandlung von Patienten mit schwerer Herzschwäche durch modernste Schrittmachersysteme, die eine Optimierung der verbliebenen Herzleistung ermöglichen. Gerade im Hinblick auf die zunehmende Zahl herzinsuffizienter Patienten bestehe hier ein erheblicher Bedarf, so Prof. Ditter.
Die Ausweitung des Angebots in kardiologischer Diagnostik und Therapie wird unter anderem möglich durch die zusätzliche Einstellung von einem erfahrenen und hoch spezialisierten Mediziner aus der Schüchtermann-Klinik Bad Rothenfelde zum 1. Juli 2010, der als Ärztlicher Leiter für die Elektrophysiologie verantwortlich sein wird.
Außerdem kann auch der häufig notwendige Einsatz von Herzschrittmachern bei zu langsamer Herzschlagfolge in einem Katheterlabor durchgeführt werden, wodurch wiederum Kapazitäten in den Operationssälen der Allgemeinchirurgie frei werden. Bei nur einem Meßplatz ist dies nicht möglich. Er würde im Falle einer Operation den Raum für Notfallpatienten mit akutem Herzinfarkt blockieren, die sofortige Hilfe brauchen.
Der zweite Linksherzkathetermeßplatz erleichtert laut Ditter durch die zusätzlichen Kapazitäten die Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, wobei auch bisher schon den Kollegen der Gütersloher kardiologischen Gemeinschaftspraxis Dres. Spieker, Seifert, Knörle, Michel-Angeli Untersuchungszeiten für ihre Patienten zur Verfügung gestellt wurden. Mit weiteren Praxen aus der Region ist man beim Klinikum Gütersloh im Gespräch.
| 16.06.2010 - Karin Fiedler |      |
| Sehr informativer Bericht für Herzpatienten. |
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