11.05.2010: Markstedt-Konzept zur Übernahme der Weberei-Träderschaft
ZUKUNFT WEBEREI
Konzeptionelle Überlegungen zur Neuausrichtung
Einleitung
Um die Haushaltssicherung - oder sogar einen Nothaushalt - zu vermeiden, wurde im Rahmen der Haushaltsberatung 2010 ein drastisches Sparpaket beschlossen, um die zu-künftige Handlungsfähigkeit von Rat und Verwaltung der Stadt Gütersloh zu erhalten. Politik und Verwaltung der Stadt Gütersloh stehen insbesondere gegenüber den nachfol-genden Generationen in der Verantwortung. Hier sind alle Möglichkeiten der Kostenein-sparung auszuschöpfen, um mittelfristig wieder einen ausgeglichenen Haushalt beschlie-ßen zu können.
Im Rahmen der Haushaltskonsolidierungsbemühungen der Verwaltung und des Rates werden nicht nur die Bürger unmittelbar durch Steuer- und Abgabenerhöhungen belastet, sondern auch viele Vereine und Institutionen, die bürgerschaftliches Engagement leben. In allen Bereichen mussten die Gütersloher Bürger Kürzungen der städtischen Zuschüsse von bis zu 20 % verkraften. Auch die Weberei ist davon nicht verschont geblieben und muss einen erheblichen Konsolidierungsbeitrag leisten.
Vor der Verabschiedung des Haushaltes 2010 kündigte PariSozial als Träger der Weberei an, im Falle weiterer Kürzungen städtischer Zuschüsse die Trägerschaft an die Stadt zu-rückzugeben. Aufgrund dieser öffentlichen Ankündigung wurde die Initiative „Weberei Genossenschaft“ ins Leben gerufen, um die Weberei zu erhalten und langfristig auf ein stabiles wirtschaftliches Fundament zu stellen.
Ausgangspunkt:
Die Institution Weberei ist bereits ein zum Teil beliebtes und bekanntes Bürgerzentrum, ein Kommunikationszentrum in unmittelbarer Nähe der Innenstadt und damit auch ein wesentlicher Faktor für Frequenz und Belebung.
Die Weberei ist zugleich ein einzigartiges Gebäude, das sich mit seiner historischen Substanz von vielen anderen Kultur- und Ver-anstaltungszentren in der Region qualitativ absetzt.
Die Besucher- und Gästezahlen verweisen auf ein gutes wirtschaftliches Potential, das ausbaufähig ist. In der jetzigen Struktur und Ausstattung ist das allerdings kaum zu leis-ten, denn die verschiedenen Nutzungen sind in ihrer räumlichen Zuordnung nicht opti-mal.
Die Zugänge zum Gebäude insgesamt sind eher abweisend als einladend, die Ausstat-tung nicht mehr zeitgemäß. Moderne perfekt ausgestattete Veranstaltungszentren sind in den letzten Jahren auf den Markt gekommen und haben sich ihre Marktanteile gesichert.
Das Kunden- und Besucherverhalten hat sich in den letzten Jahren erheblich verändert. Die Ansprüche an technische, gastronomische und qualitative Ausstattung sind deutlich gestiegen.
Die städtischen Zuschüsse sind im Zuge der Haushaltsberatungen mehrmals und beson-ders deutlich ab dem Jahr 2010 reduziert worden.
Die personellen und finanziellen Mög-lichkeiten eines professionellen Marketings waren in den vergangenen Jahren nicht gege-ben. Insgesamt fehlt der Weberei ein deutlich erkennbares Profil, das die klar definierten In-halte schlüssig nach außen transportiert.
Es muss daher in vielen Bereichen weiterentwi-ckelt werden, um auf die aktuelle Nachfrage heute adäquat reagieren zu können. Daher ist eine Neuausrichtung und Neupositionierung mit einem verändertem Raumkonzept, neuen Nutzungsprofilen und entsprechenden Marketingmaßnahmen erforderlich.
Zielvorstellungen:
Die Weberei muss wieder stärker als Bürger- und Familientreffpunkt positioniert werden, um die intensivere Nutzung durch auswärtige Besucher aber insbesondere durch Güters-loher Bürger zu erreichen.
Die Weberei soll ein verbindendes Glied zwischen den Generationen sein - partei- und konfessionsunabhängig. Erklärtes Ziel ist aber auch sozialpädagogisch tätig zu sein und in diesem Rahmen allen gesellschaftlichen Gruppierungen in Gütersloh ein Forum und eine Plattform zu bieten – und zwar multisozial für alle gesellschaftlichen Schichten.
Das Konzept der „Zukunft Weberei“ soll an dem Status Quo anknüpfen. Der Erhalt des Gesamtkomplexes (Angebote + Immobilie) sind Voraussetzungen für eine Weiterführung als Alternative und Ergänzung zum bestehenden Kultur- und Freizeitangebot Güterslohs.
Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:
Weiterführung des Konzepts bei Optimierung des Managements oder
Weiterentwicklung und Neupositionierung der Marke „Weberei“
1.)
Bisher war die Weberei mehr als „soziokulturelles Zentrum“ denn als „Bürgerhaus“ konzipiert. Der Begriff der „Soziokultur“ ist den meisten Bürgern immer noch fremd. Das bisherige Konzept könnte grundsätzlich auch weiterhin als tragfähig bewertet werden, sollte jedoch verstärkt in Richtung Bürger- und Familientreffpunkt“ erweitert werden. Optimierung des Managements durch z.B.
Verbesserung des Marketings
Neustrukturierung der Verwaltung
Optimierung des Veranstaltungsmanagements
Effizienzsteigerung und Verbesserung der gastronomischen Angebote
Die einzelnen Angebote sind auf ihre Effektivität zu überprüfen (z. B. Bildungswerk etc.) und mit Angeboten Dritter (z. B. VHS / Musikschulen / Jugendamt etc.) in Bezug auf Überschneidungen etc. zu vergleichen.
Um den genauen Optimierungsbedarf in allen Bereichen zu ermitteln wäre eine Ist-Analyse unabdingbar.
2) Ein Bürgerhaus sollte Dienste für die Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt leisten und darüber hinaus. Diese Dienste umfassen die Bereiche Freizeit, Kultur, Gesundheit, Erziehung, Bildung und soziale Bildung.
Dabei sollte ein Bürgerhaus für alle Menschen einer Stadt, also für sowohl alle Menschen unterschiedlicher sozialer Schichten, unterschiedlicher Nationen als auch für alle Men-schen unterschiedlicher Altersgruppen da und nutzbar sein. Ein Bürgerzentrum sollte multikulturelles und generationsübergreifendes Begegnen und Zusammenwirken ermögli-chen und seine Schwerpunkte in den Bereichen Freizeit- und Kulturarbeit setzen. Das räumliche Angebot für Initiativen und Vereine ist weiter vorzuhalten bzw. auszubauen.
Dieses Konzept, dessen genaue Facetten noch auszuarbeiten sind, geht weiter als der bisherige Ansatz der Weberei. Seine Realisierung erfordert ein „Kleinarbeiten“ dieser abs-trakten Konzeption.
Unser Ansatz ist die beiden Optionen miteinander zu kombinieren: Professionelles Mana-gement, getragen durch die beteiligten Persönlichkeiten und konzeptionelle Weiterent-wicklung.
Im Folgenden werden einige möglichen Eckpunkte von „unserer“ Weberei dargestellt.
Eckpunkte:
Die Produktpalette der Weberei muss auf drei Säulen ruhen.
1. Gastrobereich
2. Veranstaltungsbereich
3. soziokultureller Bereich
Die Produktbereiche müssen sich auch organisatorisch abbilden. Dabei ist darauf zu ach-ten, dass der Gastrobereich nicht zu sehr in den Mittelpunkt der Wahrnehmung des Bür-gers gerät („Weberei als günstige Kneipe“). Trotzdem ist ein vielseitiges und kostengüns-tiges gastronomische Angebot vorzuhalten.
Eine Kooperation mit dem Förderverein des Wapelbades bietet eine einmalige Gelegen-heit das Freizeitangebot in Gütersloh speziell in den Sommermonaten zu ergänzen
Die Genossenschaft ist eine geeignete Rechtsform, um bürgerschaftliches Engagement zu bündeln (siehe Erläuterungen im Anhang)
Im Veranstaltungs- und kulturellen Bereich, im Sozialen sowie im Bereich der Gastrono-mie und des Gebäudemanagements (Vermietungen etc.) sollten jeweils verantwortliche Führungskräfte eingesetzt werden, die zusammen ein Führungsteam bilden.
Die Weberei verfügt über „Starprodukte“, die auf jeden Fall weitergeführt, aber auch wei-ter entwickelt werden müssen (z. B. Adults Only, Barfly, Ü 30, Paradance, Flohmarkt etc.). Neue Formate sind jedoch zu entwickeln, um die Zielgruppe zu erweitern.
Die Gratwanderung zwischen Bewahrung des Bewährten und Weiterentwicklung muss auch im Personalbereich vollzogen werden.
Die Neuausrichtung und Strukturierung der Weberei bietet eine große Chance, ein alter-natives Kultur- und Veranstaltungszentrum zur Ergänzung des übrigen Kulturangebotes (insb. Stadthalle und Theater) in der Region aufzubauen und auch mittelfristig zu etablie-ren. Es könnten sich durch die intelligente Verknüpfung des gesamtstädtischen Kulturangebots interessante Synergien ergeben.
Marketingkonzept:
Die Weberei als Treffpunkt der Bürger, als Haus der Generationen. Im Rahmen einer ent-sprechenden PR- und „Aufklärungskampagne“ unter dem Motto „Es werde Licht“ könnten die neuen Ziele und Möglichkeiten zusammen mit einer zugleich „helleren“ Gestaltung der Innenräume (speziell Veranstaltungssaal) der Öffentlichkeit dargestellt werden.
Mit dem neuen Konzept und neu gestalteten Räumen wird die Weberei wieder stärker für den Besucher und Kunden in seiner hohen Attraktivität erschlossen.
Eine neue attraktive und einladende Eingangsgestaltung ist ebenso bürgerfreundlich wie kundenorientiert. Das Veranstaltungs- wie das Raumangebot ist ein einmaliger Spielraum für die ergänzende Gestaltung von gesellschaftlichem Leben in der Stadt. So präsentiert sich die Weberei als Kommunikations- und Bürgerzentrum.
Gütersloh hat auf dem Gebiet der alternativen Freizeit- und Jugendangebote noch erheb-liches Entwicklungspotential. Um die Nutzung zu intensivieren, werden eine offensivere Bewerbung und die Gestaltung günstiger Preise angestrebt.
Ergänzend zu einer neuen Ausrichtung ist ein gemeinsames Marketingkonzept für das gesamte Gütersloher Kultur- und Freizeitangebot zu entwickeln, das alle Facetten der Nutzung, vom Heiraten über das Feiern und Tagen bis hin zu kulturellen Angeboten bün-delt, um auch stärker Synergieeffekte durch die verschiedenen Nutzergruppen zu erzie-len.
Finanzierung:
Für die Fraktionen im Stadtrat und der Verwaltung wird die Finanzierungsfrage eine der ersten - und wohl der wichtigsten Überlegungen im Rahmen eines möglichen Träger-wechsels sein. Da bisher erst grundsätzliche Finanzierungsüberlegungen bestehen, kann hier bis zum jetzigen Zeitpunkt Folgendes gesagt werden:
Der Trägerwechsel soll eine deutliche Entlastung der bisherigen städtischen Zuschüsse bringen. Der entsprechende Finanzplan ist den konzeptionellen Überlegungen beigefügt.
Zukünftiges Leitungsteam:
Die Weberei wird vom Vorstand der Genossenschaft mit drei untergeordneten Abteilungs-leitern:
Gastronomie, Veranstaltungen, Soziokultur / Bildungswerk geführt. Der Vorstand besteht aus 2 Personen und wird vom Aufsichtsrat (3 Personen) bestimmt.
Zukünftiger Programminhalt:
Um dem Anspruch eine Bürgerzentrums gerecht zu werden, sollte die Weberei täglich von 8.00 Uhr bis 24.00 Uhr geöffnet sein. Das breite Spektrum der Gütersloher Bevölke-rung soll sich bereits ab 8.00 Uhr morgens in den Angeboten des Familienzentrums wie-der spiegeln.
Seniorentreff
Musikworkshops
Offener Kindertreff
Offener Jugendtreff
Abendveranstaltungen
Kursangebote Bildungswerk
Lern-AG und Hausaufgabenhilfe
Kinderbetreuung und Eltern Kind Treff
Treffpunkt für Vereine und Initiativen
Seniorenangebot:
Cafe Agil: “Freude statt Frust am Älterwerden“. Der „Kaffeeklatsch“ soll zu einem festen Termin einmal wöchentlich, jeweils nachmittags im Gastrobereich stattfinden. Je nach Bedarf, wird das Seniorenangebot in der Weberei erweitert. Hier ist von einem starken ehrenamtlichen Engagement auszugehen, wobei die Einbindung des Seniorenbeirats der Stadt Gütersloh angestrebt wird.
Musikworkshops und Nachwuchsförderung:
Die Weberei soll auch als Basis für eine gezielte, überregionale Nachwuchsförderung etabliert werden. Neben GTown Music Acoustic Session wird in der Weberei ein Newco-mer Band Contest mit finanziellen Mitteln unterstützt. Als Hauptsponsor wird die Solar-technologie Firma Energetik aus Gütersloh das Projekt unterstützen.
Dem Mangel an Proberäumen für Nachwuchsbands in der Stadt kann durch die Öffnung des Kesselhauses und weiteren Räumlichkeiten innerhalb kürzester Zeit Abhilfe geschaf-fen werden.
Im akustischen Musikbereich fehlt eine nachhaltige Förderung, die von der Weberei zu-künftig wahrgenommen werden soll. OWL weit besteht die Möglichkeit ein eigenes För-derprojekt mit Musikschulen, Musikgeschäften und Profimusikern zu bilden.
Bei der Rock- und Popmusik existiert bereits eine nachhaltige Förderung wie “Popcamp“ des deutschen Musikrates.
Ziel ist es, neue Musiker und Gruppen nachhaltig zu fördern, Kontakte zu Profis aus dem Musikbusiness zu vermitteln sowie attraktive Live-Auftritte für Bands und Publikum zu organisieren. Dafür arbeiten die Organisatoren u. a. mit fachkundigen Jury-Mitgliedern, dem deutschen Musikrat (Kooperation für das Spitzenförderprojekt PopCamp) sowie wei-teren regionalen Partnern zusammen.
Offener Kinder- und Jugendtreff:
In den Nachmittagsstunden sind alle Räumlichkeiten der Weberei für einen offenen Kin-dertreff bzw. Jugendtreff zugänglich. In diesem Zusammenhang wird eine intensive Ko-operation mit Bauteil 5 angestrebt.
Kinderbetreuung:
In der Weberei soll wieder ein “Kindergarten“ mit Ganztagsbetreuung etabliert werden. Die Möglichkeit der Kinderbetreuung durch Tagesmütter in der Weberei ist finanziell und organisatorisch gegeben.
Eltern-Kind-Treff:
Der, in den Vormittagsstunden geschlossene Gastrobereich der Weberei sollte für einen offenen Eltern-Kind-Treff zur Verfügung stehen.
Lern - AG und Hausaufgabenhilfe
In der Lern - AG und Hausaufgabenhilfe soll neben noch zu definierenden Angeboten täg-lich Hausaufgabenhilfe in allen Fächern (Kl. 5-10) ermöglicht werden. Angestrebt wird ebenfalls ein preiswertes Mittagessen vor der Hausaufgabenhilfe. Dieses Angebot soll für einen Monatsbeitrag von nur 10-20 € zur Verfügung gestellt werden. Ein reichhaltiges, gesundes und zugleich preiswertes Mittagessen wird für 2,5 - 3,0 € angeboten. Die Hausaufgabenhilfe könnte in Zusammenarbeit mit der Stadtstiftung und anderen Stiftun-gen realisiert werden. In sozialen Härtefällen wird auf den monatlichen Beitrag verzich-tet.
Kursangebote Bildungswerk:
Das Kursprogramm des Bildungswerks ist ausbaufähig und soll zusätzlich mit einer tägli-chen Abendveranstaltung erweitert werden. Insbesondere im Bildungswerk kann auf ein starkes ehrenamtliches Engagement zugegriffen werden. Aktuell haben sich bisher über 20 Gütersloher Bürger bereit erklärt, kostenlose Kursangebote in folgenden Bereichen anzubieten: Schach, Mathematik, Physik, Biologie, Lesen, Schreiben, Rückenschule, Jo-ga, Aerobic, Fremdsprachen, Tanzen, Fotografie, Kunst, Musik, Web-Design etc.
Veranstaltungen:
Wochentags sollen dienstags und donnerstags feste Serien etabliert werden. (Barfly, So-cialbar, Gtown Music, GT-Slam, Cable Street Beat, Textfabrik.
Der Freitagabend wird der bewährten Weberei-Disco (Ü21,Ü30,Ü40) vorbehalten. Samstagabend wechseln sich im großen Saal Konzerte und die “Weberei House Night“ mit angesagten Top-DJ’s ab. Im Wintergarten wird parallel die “Weberei Lounge“ mit Chill-Out (Entspannungs)-Musik angeboten. Die Sonntage stehen weiterhin den Familien zur Verfügung. Am Familientag wird ein reichhaltiges Frühstücksbuffet angeboten, Kindertheater, Flohmarkt und andere vielseiti-ge Programmpunkte für Jung und Alt werden Gäste aus nah und fern in das Bürgerzent-rum locken.
Vereine und Initiativen:
Die Räumlichkeiten der Weberei werden allen Vereinen und Initiativen kostenlos zur Ver-fügung stehen. Die Weberei als „Bürgerhaus“ wird ein wichtiger Treffpunkt in Gütersloh als Versammlungs- und Begegnungsstätte. In einer wöchentlichen “Sozialbar“ sollen die unterschiedlichen Vereine und Initiativen zusammenkommen, um sich kennen zu lernen, Kontakte zu knüpfen, Erfahrungen auszutauschen und Kooperationen einzugehen.
Betriebsübergang der Weberei in eine Genossenschaft
Mitarbeiterstamm der Weberei:
Die Weberei Genossenschaft beabsichtigt, die fest angestellten Mitarbeiter der Weberei zu übernehmen. Die Aufgaben der Verwaltung, Gastronomiebetriebes sowie des Veran-staltungsbereichs sollen weiterhin durch fest angestellte Mitarbeiter und Teilzeitkräfte wahrgenommen werden. Bei einem Betriebsübergang besteht für alle fest angestellten Mitarbeiter 1 Jahr Kündigungsschutz. Eine genaue Analyse der einzelnen Arbeitsverträge und die zukünftige Mitarbeiterstruktur der Weberei ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich.
Als Vorstand der Weberei Genossenschaft bewerben sich Matthias Markstedt und Her-mann Dreesbeimdieke. Ihre Arbeit in der Weberei erfolgt ehrenamtlich. Insofern beste-hen hier Einsparpotentiale.
Konzept: Die “Weberei Genossenschaft“ erstellt von Matthias Markstedt
Stand 5. Mai 2010
Anlage:
1. Erläuterungen zur Umwandlung der Gesellschaftsform
2. Finanzplan
Konzeptionelle Überlegungen zur Neuausrichtung:
Gesellschaftsform der Weberei:
Die Gesellschaftsform der zukünftigen Weberei ist eine Genossenschaft (eG).
Vor dem Hintergrund der Tätigkeiten der Weberei erscheint die eG als die am besten geeignete Rechtsform. Denn die eG bietet sich dann besonders an, wenn es den Mitgliedern gezielt darum geht, im Rahmen einer mitgliederoffenen Orga-nisationsstruktur kulturelle Belange mit wirtschaftlichen Tätigkeiten zu verknüp-fen.
Darüber hinaus bestehen auch im Vergleich mit anderen Gesellschaftsformen im Hinblick auf die Haftungsregelungen keinerlei Nachteile. Die Mitglieder der eG haften bei entsprechender Gestaltung der Satzung nur in Höhe ihres Geschäfts-anteiles bzw. die eG nur mit dem Genossenschaftsvermögen - diese Situation entspricht derjenigen bei Kapitalgesellschaften. Die eG ist allein und ausschließlich der Förderung der Interessen ihrer Mitglieder verpflichtet. Mitglieder einer eG sind in der Regel auch die Kunden bzw. Nutznießer der Leis-tungen des genossenschaftlichen Unternehmens.
Die eG ist eine demokratische Gesellschaftsform. Jedes Mitglied hat eine Stimme, unabhängig von der Höhe der Kapitalbeteiligung. Dies schützt vor der Dominanz Einzelner und sichert die Un-abhängigkeit von externen Interessen.
Die eG ist eine juristische Person, die mit Eintragung in das Genossen- schaftsregister eine eigene Rechtspersönlichkeit erlangt (kann z.B. Förderanträge stellen). Die eG hat grundsätzlich drei Organe: Vorstand, Aufsichtsrat und Gene-ralversammlung. Die eG ermöglicht in stabiler Rechtsform größtmögliche Flexibi-lität im Mitgliederbestand.
Ein- und Austritt von Mitgliedern sind problemlos ohne notarielle Mitwirkung oder Unternehmensbewertungen möglich. Mitglieder einer eG können natürliche und juristische Personen werden. Mitglieder einer eG haften nur mit ihrer Kapitalbe-teiligung, wenn in der Satzung eine Nachschusspflicht ausgeschlossen wird. Mitglieder einer eG haben beim Ausscheiden einen Anspruch auf Rückzahlung ihres Geschäftsguthabens gegen die eG. Es ist keine Übernahme der Geschäfts-anteile durch Dritte erforderlich und es besteht keine persönliche Nachhaftung.
Die eG ist Mitglied in einem genossenschaftlichen Prüfungsverband, der im Inte-resse der Mitglieder regelmäßig die wirtschaftlichen Verhältnisse und die Ord-nungsmäßigkeit der Geschäftsführung sowie bei größeren Genossenschaften den Jahresabschluss prüft.
Die Gemeinnützigkeit kann hergestellt werden (öffentliche Förderzuwendungen) Die eG ist aufgrund der internen Kontrolle durch ihre Mitglieder und die unab-hängige Prüfung durch den Genossenschaftsverband die mit weitem Abstand in-solvenzsicherste Rechtsform in Deutschland.
Generalversammlung
Aufsichtsrat
Vorstand
Leitung
Gastronomie
Leitung
Veranstaltungen
Leitung
Sozikultur
Abb: Gremien der Genossenschaft mit der Leitung der Weberei
Finanzplan:
Im folgenden Finanzplan werden die veröffentlichten Planzahlen für 2010 der Weberei (PariSozial) angenommen und in einem vereinfachten und verständlichen Finanzplan für 2011 weitergeführt. Ein abschließender und verbindlicher Finanzplan kann erst nach der Analyse und der Be-wertung aller Verträge und Verpflichtungen des bisherigen Trägers erfolgen.
(Ablösezah-lungen, Abschreibungen, Zinsaufwand)
Finanzplan der Weberei 2011 basierend auf den Haushaltsplan der Weberei 2010 (PariSozial)
Erträge aus Gastronomie und Veranstaltungen 1.150.000,00 €
Mietkostenzuschuss der Stadt Gütersloh 87.360,00 €
Sponsoring Energetik 50.000,00 €
Summe Erträge 1.287.360,00 €
Aufwendungen:
Löhne,Gehälter
442.700,00 €
Teilzeitkräfte / Aushilfen
160.800,00 €
Honorare für Veranstaltungen/Bildungswerk
175.000,00 €
Einkauf und Materialeinsatz Gastronomie/Veranstaltungen
262.400,00 €
Kaltmiete für die Weberei
87.360,00 €
Energiekosten und Instandhaltung des Gebäudes
48.000,00 €
Verwaltungskosten/Buchführung/Bilanzen*
35.000,00 €
Fahrzeugkosten
4.000,00 €
Werbung, Aktionen*
25.000,00 €
Abschreibungen
20.000,00 €
Rücklagen
25.000,00 €
Summe Aufwendungen
1.285.260,00 €
Haushaltsergebnis
2.100,00 €
*Die Positionen: Verwaltungskosten/Buchführung/Bilanzen wurde von 69.000 € auf 35.000 € re-duziert. Die Position Werbung, Aktionen wurde von 35.000 € auf 25.000 € reduziert. Hier besteht ein Einsparpotential.
Finanzplan
Im folgenden Finanzplan werden die veröffentlichten Planzahlen für 2010 der Weberei (PariSozial) angenommen und in einem vereinfachten und verständlichen Finanzplan für 2011 weitergeführt. Ein abschließender und verbindlicher Finanzplan kann erst nach der Analyse und der Be-wertung aller Verträge und Verpflichtungen des bisherigen Trägers erfolgen. (Ablösezah-lungen, Abschreibungen, Zinsaufwand)
Finanzplan der Weberei 2011 basierend auf den Haushaltsplan der Weberei 2010 (PariSozial)
Erträge aus Gastronomie und Veranstaltungen
1.150.000,00 €
Mietkostenzuschuss der Stadt Gütersloh
87.360,00 €
Sponsoring Energetik
50.000,00 €
Summe Erträge
1.287.360,00 €
Aufwendungen:
Löhne,Gehälter
442.700,00 €
Teilzeitkräfte / Aushilfen
160.800,00 €
Honorare für Veranstaltungen/Bildungswerk
175.000,00 €
Einkauf und Materialeinsatz Gastronomie/Veranstaltungen
262.400,00 €
Kaltmiete für die Weberei
87.360,00 €
Energiekosten und Instandhaltung des Gebäudes
48.000,00 €
Verwaltungskosten/Buchführung/Bilanzen*
35.000,00 €
Fahrzeugkosten
4.000,00 €
Werbung, Aktionen*
25.000,00 €
Abschreibungen
20.000,00 €
Rücklagen
25.000,00 €
Summe Aufwendungen
1.285.260,00 €
Haushaltsergebnis
2.100,00 €
*Die Positionen: Verwaltungskosten/Buchführung/Bilanzen wurde von 69.000 € auf 35.000 € re-duziert. Die Position Werbung, Aktionen wurde von 35.000 € auf 25.000 € reduziert. Hier besteht ein Einsparpotential.
| 11.05.2010 - Peter |      |
| Gutes Konzept, also wenn es jetzt nicht mit der Weberei klappt, dann weiß ich es auch nicht. |
| 18.05.2010 - Jürgen Droop |      |
Die Presseerklärung der Initiative Soziokultur zu diesem Konzept "Markstedt will eine andere Weberei" ist nachzulesen unter:
http://weberei.flf-board.de/viewtopic.php?f=2&t=16 |
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