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Parkour-Camp in Gütersloh feiert kleines Jubiläum - 200 Traceure aus Deutschland und der Schweiz trainieren zusammen

29 JULI 2013


Starke Truppe: rund 200 Traceure trafen sich am Wochenende in Gütersloh zum 5. Parkour-Camp
Foto: ZÖ Gütersloh
Gütersloh (gpr). Wenn Kopf, Herz und Hand eine Einheit bilden, dann handelt es sich eindeutig um Parkour. Und wenn sich 200 Traceure aus Deutschland und der Schweiz zum gemeinsamen Überwinden von Hindernissen treffen, dann ist von einer ganz besonderen Veranstaltung die Rede: dem Parkour-Camp in Gütersloh. Bereits zum fünften Mal fand das Großereignis rund um die Trendsportart aus Frankreich auf dem Gelände der Janusz-Korczak-Gesamtschule im Stadtteil Kattenstroth statt. Organisiert wurde das Camp durch den Fachbereich Jugend und Bildung der Stadt Gütersloh, der sich auf die Unterstützung von rund 50 ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen verlassen konnte. Doch nicht nur der sportliche Aspekt stand an diesem actionreichen Wochenende im Mittelpunkt: Vielmehr um gegenseitigen Respekt, das Austesten von Grenzen und die Gemeinschaft ging es den Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 25 Jahren. Denn das sind die drei Prinzipien, die Parkour so einzigartig machen.

Baugerüste, Holzpaletten, ausrangierte Autos und Treppengeländer: Für die so genannten Traceure gibt es keine Hindernisse, nur Herausforderungen. Und so testeten sich die 200 Parkourbegeisterten an diesem Wochenende an Outdoor- und Indoorelementen aus und strotzten dabei regelrecht den Gesetzen der Schwerkraft. Was für Außenstehende unmöglich erscheint, gehört für sie zu den Basics. Ein Handstand auf dem Baugerüst, von Mauer zu Mauer springen und sich danach geschmeidig Abrollen, das alles ist für Traceure kein Problem. Besonders Bürgermeisterin Maria Unger ist von den jungen Sportlern begeistert und nennt sie liebevoll: "meine Jungs und Mädels". Für die offizielle Begrüßung am Samstag unterbrach sie sogar ihren Urlaub. Das war für die Bürgermeisterin eine Herzensangelegenheit. "Ihr zeigt uns mit eurem Sport, eurem Mut und eurer Lebenseinstellung, dass in ganz Deutschland junge Menschen leben, auf die wir in jeder Hinsicht stolz sein können. Das ist wundervoll und inspirierend, ihr seid Vorbild für viele andere", sagte sie. Ihr besonderer Dank ging an Claus-Peter Mosner vom Fachbereich Jugend und Bildung der Stadt Gütersloh. Er hat im letzten Jahr das Parkour-Projekt übernommen und das Angebot seitdem weiter ausgebaut. Seinem Engagement und seiner Arbeit sei es zu verdanken, dass das Parkour-Camp in diesem Jahr so gut organisiert sei und es in Gütersloh weiter wachsen kann.

Diese durchdachte Organisation spiegelte sich auch in dem angebotenen Programm wieder: Beim Grundlagen- und Kennenlerntraining, diversen Workshops für Anfänger und Fortgeschrittene sowie dem Inspirationstraining kam jeder der 200 Traceure auf seine Kosten. Und so gaben alle Vollgas, was bei den heißen Temperaturen manchmal gar nicht so leicht war. Für eine unfreiwillige Pause sorgte das Unwetter am Samstagnachmittag. Erst als die Outdoorelemente wieder trocken waren, konnte im Freien weiter trainiert werden. Denn Sicherheit hat beim Parkour-Camp oberste Priorität. Und so stand auch zu Beginn ein ausgiebiges Aufwärmtraining auf dem Programm, damit die Muskeln auf Betriebstemperatur kommen. Nach all den sportlichen Aktivitäten konnten die Jugendlichen dann beim gemeinsamen Grillen und bei Livemusik entspannen und zu neuen Kräften finden. Das kam gut an: "Das Camp ist rundum gelungen", erklärte Thilo Aßmann. Der 20-Jährige nahm die lange Anreise aus Delmenhorst in Kauf, um mit anderen trainieren und sich inspirieren lassen zu können.

Bereits ein halbes Jahr vor Beginn des Parkour-Camps in Gütersloh begannen die Vorbereitungen für das Großereignis. "Die Organisation macht viel Arbeit und verschlingt eine Menge Zeit, doch es macht auch riesig Spaß. Der Sport steckt einfach an", sagte Claus-Peter Mosner, Organisator des Parkour-Camps. Auch Bürgermeisterin Maria Unger ließ sich „anstecken“ und wagte gemeinsam mit Mosner den Sprung vom Holzkasten. Sanft landeten beide auf einer Turnmatte und machten anschließend wieder den Weg für die Campteilnehmer frei. Und diese sind sich sicher, dass sie auch im nächsten Jahr wieder dabei sind. So wie Thilo Aßmann aus Delmenhorst: „Wenn es die Zeit erlaubt, bin ich im nächsten Jahr definitiv wieder hier“, weiß der 20-Jährige.


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